jubilo Entwicklungsbegleitung
Karin Eberth
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Was ist Legastehenie
Dr. Linder (Psychologin Schweiz) definiert Legasthenie als eine „spezielle aus dem Rahmen der üblichen Intelligenzleistung herausfallende Schwäche im Erlernen des Lesens und Schreibens“, d.h. Legasthenie heißt nicht Dummsein. Im Gegenteil, viele Legastheniker sind sogar hochintelligent.

Die Legasthenie ist eine der häufigsten Entwicklungsstörungen, die nachhaltig die schulische, psychische und soziale Entwicklung der Betroffenen beeinflusst.
Trotz ausreichender Unterrichtung und kognitiver Fähigkeiten ist der Schriftspracherwerb so beeinträchtigt, das einfache Wörter nicht gelesen und geschrieben werden können. Zusätzlich tritt eine Reihe von psychischen Symptomen wie Angst, Depression oder Verhaltensstörungen auf.

Die LRS stellt eine komplexe Störung dar, deren Ursachen bis heute nicht aufgeklärt sind. Bereits im letzten Jahrhundert wurde eine familiäre Häufung der LRS beschrieben.

Bei Jungen gibt es im Vergleich zu Mädchen einen höheren genetischen Einfluss. Jungen sind im Durchschnitt zwei- bis dreimal häufiger von LRS betroffen als Mädchen.

Die Legasthenie gehört zu den häufigsten kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen in Deutschland.

Die LRS wird in allen Schriftsprachen gefunden.

Die Symptomatik zeigt sich häufig bereits in den ersten beiden Schuljahren, spätestens jedoch in der dritten Volksschulklasse.

Im Vordergrund der Rechtschreibstörung steht die Vielzahl von Rechtschreibfehlern. Ein und dasselbe Wort kann in einem Text mehrfach und auf unterschiedliche Weise falsch geschrieben werden.

Teilweise werden auch nur Wortruinen zu Papier gebracht. Häufig treten die Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten auch in den Fremdsprachen auf und beeinflussen somit zusätzlich die schulische Entwicklung.

Die ausgeprägte LRS kann zu einem globalen Schulversagen führen, da das Lesen auch in allen anderen Schulleistungsbereichen eine fundamentale Voraussetzung für den Wissenserwerb darstellt (z.B. Textaufgaben im Rechnen).

Immer wieder höre ich von Müttern, das das Kind für den Sachkundetest alles gewusst hat, und beim Test eine glatte 5 schreibt (es versteht den Sinn der Fragen nicht und schreibt in der Folge einfach irgendetwas als Antwort dazu).

Sehr häufig würden die Kinder für das Lesen der Texte mehr Zeit benötigen, wodurch bei Schularbeiten natürlich die Stunde zu kurz wird und dadurch Aufgaben nicht gelöst werden die aber vom Kinder bewältigt werden können.

Oft fallen Kinder mit Legasthenie erst durch Verhaltensstörungen in Form von Herumkaspern, aggressiven Durchbrüchen oder emotionalen Problemen wie Traurigkeit, Angst vor der Schule oder Bauch- und Kopfschmerzen vor Schularbeiten auf.

Positive Verläufe sind insbesondere dann zu erwarten, wenn eine intensive und spezielle Förderung von geschulten Fachleuten erfolgt.

Vorschulische Auffälligkeiten und Prävention:

Um eine möglichst frühzeitige Förderung einzuleiten, ist es besonders wichtig, Risikokinder bereits im Vorschulalter zu erkennen. Erste Ergebnisse zu einem standardisierten Verfahren zur Früherkennung von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten im Kindergarten zeigen, dass sich schwache Leistungen in der Lesefähigkeit und/oder Rechtschreibung in der zweiten Klasse gut vorhersagen lassen. Durch die Förderung der verschiedenen Wahrnehmungen kann der Schriftspracherwerb positiv beeinflusst werden.

Stolz zeigt der 6jährige Manuel seinen Auswertungsbogen.

Er weiß wie tüchtig er gearbeitet hat.